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Studieren ohne Bafög? Ein schwieriges Unterfangen

Bafög ist für viele Studierende der Schlüssel zu einer erfolgreichen akademischen Laufbahn. Doch was, wenn dieser Schlüssel fehlt? Eine persönliche Betrachtung.

Von Jonas Zimmermann14. Juni 20263 Min Lesezeit

POTSDAM, 14. Juni 2026Eigener Bericht

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich das erste Mal auf dem Campus meiner Universität stand. Die Aufregung, die Erwartungen, das Gefühl, endlich zu studieren, waren überwältigend. Doch während ich die bunten Flyer für verschiedene Vorlesungen sammelte und mich ins Studentenleben stürzte, schwebte ein dunkler Schatten über mir: die finanzielle Unsicherheit.

Lass uns ehrlich sein. Wenn du in Deutschland studieren möchtest, ist das Bafög für viele von uns nicht nur eine nette Unterstützung, sondern oft der einzige Weg, um überhaupt ein Studium zu finanzieren. Ich stand vor der Wahl: die Bücher für meine Vorlesungen kaufen oder mir ein bisschen mehr Reis fürs Abendessen leisten? Das sind Entscheidungen, die man treffen muss, wenn man kein Bafög erhält. Das habe ich am eigenen Leib erfahren.

Es begann alles mit dem intensiven Antragsprozess. Die Formulare waren ein Albtraum. Zuerst dachte ich, na ja, das wird schon klappen. Aber dann kam die Realität: unzählige Nachweise, ständige Fragen zum Einkommen der Eltern und am Ende der langersehnte Bescheid. Der war jedoch alles andere als erfreulich. Ich hatte das Gefühl, dass ich ein ganzes Jahr für ein paar Hundert Euro gekämpft hatte – eine schmerzhafte Enttäuschung.

Ohne Bafög war ich gezwungen, meinen Nebenjob aufzustocken. Studierende in Cafés und Restaurants zu sehen, die in der Lage waren, sich auf ihr Studium zu konzentrieren, während ich Tag für Tag von früh bis spät arbeitete, war frustrierend. Du fragst dich vielleicht, ob ich denn nicht einfach aufhören könnte? Aber die Realität ist, dass der Druck, finanziell unabhängig zu sein, stärker war als die Sehnsucht nach Freizeit oder Entspannung.

Ich will nicht sagen, dass harte Arbeit nicht wichtig ist. Natürlich ist sie es. Aber die Frage bleibt: Warum muss das Studium von finanziellen Sorgen überschattet werden? Warum ist es so schwierig, einen Zugang zum Bildungssystem zu erlangen, wenn man keine wohlhabenden Eltern hat?

In der Bibliothek sah ich oft andere Studierende, die über Papers diskutierten oder in ihren Gruppenarbeiten aufgingen. Ich fühlte mich oft wie ein Außenseiter, jemand, der nur da war, um zu überleben und nicht um zu lernen. Mir fiel auf, dass die finanzielle Unsicherheit nicht nur meine Zeit, sondern auch meine Motivation und Kreativität kostete. Du kannst dir vorstellen, wie schnell die Enttäuschung in Frustration umschlug.

Manche mögen denken, es wäre besser, auf einen Bachelor oder Master zu verzichten, wenn man kein Bafög erhält. Vielleicht hast du die gleiche Vermutung. Aber ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Bildung ist ein Grundrecht. Es sollte nicht davon abhängen, ob man sich ein paar Hundert Euro im Monat leisten kann.

Ich habe viele Gespräche mit Kommilitonen geführt, die in ähnlichen Situationen steckten. Wir alle teilten die gleichen Sorgen, die gleichen Fragen nach Alternativen und die gleiche Wut über das System. Wir waren gefangen in einem Kreislauf, wo die Hürden für ein Studium unnötig hoch waren.

Und was ist die Lösung? Eine grundlegende Reform des Bafög-Systems? Sicherlich. Aber auch ein Wandel im Denken. Wenn Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist, sollten wir diesen Schlüssel so viele wie möglich in die Hände derjenigen legen, die ihn brauchen. Es ist an der Zeit, die finanzielle Unterstützung für Studierende zu überdenken und sicherzustellen, dass niemand aufgrund seiner Herkunft auf der Strecke bleibt.

Ich denke oft an den Moment zurück, als ich auf dem Campus stand. Die Träume waren groß, aber die Realität war hart. Ich habe überlebt, ja, aber was hätte ich tun können, wenn ich nicht ständig um Geld hätte kämpfen müssen?

Letztlich ist das Studium nicht nur eine Frage des Wissens, sondern auch der Möglichkeiten. Und keine Möglichkeit sollte je von der finanziellen Lage abhängen. Ich wünsche mir eine Zukunft, in der jeder die Chance hat, sein Wissen zu erweitern, ohne Angst vor dem nächsten Zahlungsverzug haben zu müssen.

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